Data Center Infrastructure Management

Revisionssichere Dokumentation für das Darmstädter Rechenzentrum

 

Wo einst die Goldreserven Hessens sicher gelagert wurden, stehen heute die Netzwerkschränke (Racks) des Darmstädter Rechenzentrums (DARZ), die ein nicht minder wertvolles Gut beherbergen: die Daten der DARZ-Kunden. Als Colocation-Anbieter legt der IT Full Service Provider großen Wert auf eine exakte Dokumentation der IT-Infrastruktur. Das DARZ hat sich dabei für die DCIM-Lösung (Data Center Infrastructure Management) VM.7 der AT+C EDV GmbH entschieden – aus mehreren Gründen.

Seit Juli 2014 bietet das Green-IT Hochsicherheitszentrum DARZ im ehemaligen Tresorgebäude der hessischen Landesbank auf 2.500 Quadratmetern neben Rechenzentrumsfläche auch eigene IT-Services wie Cloud Computing, Konnektivität, sicheres Storage, Dualdatacenter und Managed Services für Banken und Versicherungen sowie Startups, Enterprise und mittelständische Unternehmen an. In einem Colocation-Rechenzentrum wie dem DARZ mieten Kunden Fläche oder einzelne Racks an, um ihre eigene Hardware zu betreiben. Da die Kunden selbst, mit Hilfe eines zwischengeschalteten Dienstleisters oder über das Personal des DARZ Änderungen an ihrer Hardware vornehmen können, werden an die Dokumentation der gesamten IT-Infrastruktur besonders hohe Ansprüche gestellt. Häufig wird die Konfiguration der Netzwerkschränke und ihrer Einbauten, die einzelnen Kabelverbindungen zwischen den Racks und das Datennetzwerk in Excel dokumentiert. Abgesehen vom enormen Aufwand birgt dies auch den Nachteil, dass die Daten nicht zentral in einer Datenbank vorliegen. Bei Änderungen besteht also die Gefahr, dass sich Beziehungen zwischen Tabellen oder ganzen Arbeitsmappen auflösen und sich somit unbemerkt Fehler in die Dokumentation schleichen.

 

Visualisierung der IT-Infrastruktur

Um die Ansprüche seiner Kunden im Rahmen der Dokumentation vom Raumplan über die Gebäudetechnik bis hin zur Schrankbestückung zu erfüllen, setzt das DARZ auf die DCIM-Lösung VM.7 der AT+C EDV GmbH. Als Colocation-Rechenzentrum kommt den Darmstädtern insbesondere die umfassende Mandantenfähigkeit von VM.7 entgegen. Damit erhalten die Kunden des Rechenzentrums über das Web-Portal nur Zugang zu ihrer eigenen Hardware, ohne dabei auf die Systeme anderer Kunden zugreifen zu können. Hierzu hat AT+C ein neues Web-Frontend entwickelt, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.

Einen weiteren Vorteil sieht Hubertus Schott, verantwortlich für Gebäude und Technik beim DARZ, im Zusammenspiel mit CAD-Anwendungen: „Wir erstellen unsere Technik- und Kundenpläne in CAD“, erklärt Schott. Normalerweise müsste er eine CAD-Zeichnung erst in eine Pixeldatei umwandeln, um dann auf Basis dieser Datei die Datenbankobjekte aufzubauen. „Mit VM.7 kann ich diesen Schritt überspringen“, so Herr Schott. Änderungen in CAD oder der Datenbank werden permanent synchronisiert.

VM.7 visualisiert die gesamte IT-Infrastruktur. Durch einfaches Drag&Drop lassen sich Änderungen in wenigen Schritten durchführen. Die regelbasierte Kontrolle zulässiger Aufgaben verhindert dabei, dass es zu „unlogischen“ Daten kommt. Aus der Rack-Ansicht kann der Anwender zudem Statusinformationen wie etwa den Energieverbrauch oder die Auslastung ablesen. Bei der Berechnung von Kabeltrassen berücksichtigt das automatische Routing auch Steigungen und Gefälle. Durch die Historisierung aller vorgenommenen Änderungen ist VM.7 auch revisionssicher. „Nach allem, was wir bisher auf dem Markt gesehen haben, ist diese Funktionalität – die Kombination aus einem bedienerfreundlichen Web-Portal und die Mandantenfähigkeit mit eingeschränkter Kundensicht - einzigartig“, erklärt Michael Brüning, Leiter Vertrieb und Geschäftsentwicklung bei AT+C.

 

Höhere Datenkonsistenz, geringere Kosten

„Wir erreichen mit der Software eine hohe Datenqualität und -konsistenz für unsere Dokumentation“, sagt Hubertus Schott. Mit VM.7 kann sich das DARZ im Markt der Colocation-Anbieter von anderen Wettbewerbern differenzieren, indem es seinen Kunden den besonderen Service anbietet, die eigenen IT-Schränke mitsamt Bestückung und Verbindungen jederzeit und ortsunabhängig darzustellen sowie aktuelle Sensordaten anzuzeigen und Veränderungen direkt im System zu beauftragen.

In Zukunft will das DARZ den mobilen Zugriff auf die zentrale VM.7-Datenbank intensiver nutzen, um zum Beispiel Arbeitsaufträge direkt auf das Tablet eines Mitarbeiters zu senden, der auf dem mobilen Endgerät alle wichtigen Informationen wie den Grundriss des Rechenzentrums, die Rack-Ansicht oder auch die zu ändernden Ports vorfindet.

 

Marc Hankmann
IT-Journalist bei der Wordfinder Ltd. & Co. KG in Hamburg

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